burgenland

[Rot. Weiß. Süß.]

Das Weinbaugebiet Burgenland besitzt eine Rebfläche von 13.800 Hektar und ist somit geringfügig größer als das Weinbaugebiet Weinviertel.

Westlich des Neusiedlersees befindet sich Rust, der berühmteste Weinort im Burgenland, nach dem auch der besonders süße „Ruster Ausbruch“ benannt ist. Für Süßwein – der übrigens optimal mit Blauschimmelkäse harmoniert – ist es notwendig, den Zucker in den Beeren zu konzentrieren. Für den Ruster Ausbruch, für die Beeren- und Trockenbeerenauslesen aus Rust oder Oggau oder für die berühmten Süßweine aus dem gegenüberliegenden Illmitz östlich des Sees macht das ein edler Schimmelpilz namens Botrytis, der sich durch Frühnebel im Herbst aus der Luftfeuchtigkeit des Neusiedlersees auf den Beeren bildet und diesen Wasser entzieht. Solche Klimabedingungen gibt es nur in wenigen Gebieten auf der Welt; die Süßweine haben einen unverwechselbaren Geschmack, sind ewig haltbar und daher sehr kostbar.

Eine Besonderheit dieses Weinbaugebiets ist, dass es zusätzlich zu den berühmten Süßweinen sowohl aromatische und extraktreiche Rotweine als auch ausgezeichnete Weißweine gibt. Vor allem Blaufränkisch oder Cuvées mit Blaufränkischanteil findet man in den DAC-Gebieten Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC, Eisenberg DAC, Rosalia DAC sowie in Rust. Zweigelt gibt es hingegen im Weinbaugebiet Neusiedlersee DAC; auch im Rosalia-Gebiet. Weißweine gibt es vor allem im Weinbaugebiet Leithaberg DAC.

 

leithaberg.

[Kreide. Weißburgunder.]

Entlang des Leithagebirges werden auf 3.500 Hektar vier verschiedene Weißweinsorten (Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger, Grüner Veltliner) oder Rotwein (Blaufränkisch reinsortig oder als Cuvée) als Leithaberg DAC vermarktet. Die Weine sind hier bodenbedingt sehr mineralisch. Die Böden in Seenähe bestehen aus Sand und Lehm, in der Nähe des Leithagebirges aus Kalk, teilweise mit Urgesteinsboden.


neusiedlersee.

[Zweigelt. Botrytis.]

Das Weinbaugebiet Neusiedlersee liegt östlich des Sees und wird im Volksmund auch Seewinkel bezeichnet. Es umfasst eine Rebfläche von ca. 7650 Hektar. Der wichtigste Weinbauort ist Gols mit der Toplage Gabarinza; weitere bekannte Weinorte sind Jois, Illlmitz und Apetlon.

Es herrscht pannonische Klima vor und der Neusiedlersee wirkt klimareglierend. Die hohe Luftfeuchtigtkeit und etwa 2000 Sonnenstunden pro Jahr begünstigen Botrytis. Die sehr unterschiedliche Bodenstruktur (Löss, Schwarzerde, Schotter, Sand beim See) ergibt eine vielfältige Rebsortenpalette. Der Neusiedlersee DAC Klassik bzw. Reserve ist die Rotweinsorte Zweigelt. In Gols findet man auch ausgezeichnete Blaufränkische und Merlots. Auch gibt es sehr gute Chardonnays.


mittelburgenland.

[Blaufränkisch. Tannin. Holz.]

Im Mittelburgenland mit seinem pannonischen Klima haben bereits die Kelten Weinbau betrieben. Heute hat es eine Rebfläche von über 2.100 ha mit der Hauptsorte Blaufränkisch, der auf den vorherrschenden Lehmböden gut gedeiht. Die „fetten“ Lehmböden können auch das Wasser gut speichern – gut in trockenen Jahren. In Neckenmarkt findet man am Hochberg auch kristallines Silikatgestein – hier gibt es auch Pinot Noir, für den ein Lehmboden ungünstig wäre.

Das Hauptanbaugebiet – auf das auch noch der Neusiedlersee einen Einfluss als Temperaturpuffer hat – liegt um die Orte Deutschkreutz, Neckenmarkt und Horitschon, Weiter südlich gibt es noch Weinflächen bei Lutzmannsburg.

Die Rotweine werden hier üppig und tanninreich. Der Mittelburgenland DAC – natürlich ein Blaufränkisch – wird als „Classic“ oder mit Holzton als „Reserve“ verkauft.


rosalia.

[Blaufränkisch. Rosé.]

Das Gebiet am Rosaliengebirge bei Mattersburg hat ähnliche Bodenbedingungen wie das Mittelburgenland. Deshalb wird auch hier hauptsächlich Rotwein angebaut.

Die Hauptweinorte sind Pöttelsdorf und Zagersdorf. Der Rosalia DAC ist ein kräftiger Blaufränkisch oder auch Zweigelt und wird als „Classic“, als „Reserve“ oder als DAC Rosé verkauft.


eisenberg.

[Blaufränkisch.]

Auch im 500 Hektar kleinen Weinbaugebiet ganz im Süden des Burgenlands ist Blaufränkisch typisch, der als DAC-Wein vermarktet wird. Dieser wächst auf eisenhaltigen Lehmböden.

Noch weiter unten bei Heiligenbrunn wächst der Uhudler, eine Kreuzung einer reblausresistenten Rebsorte aus Amerika mit einer europäischen Rebsorte, ein Relikt aus der Zeit der Reblauskatastrophe als diese Kreuzung – vor Erfindung der heute eingesetzten Unterlagsreben − eine erste Lösung gegen die Reblaus war.