niederösterreich

Das Weinbaugebiet Niederösterreich untergliedert sich in 8 eigene Weinbaugebiete und umfasst insgesamt über 28.000 Hektar:

 

carnuntum.

[Göttlesbrunn. Zweigelt.]

Das rund 900 ha große Weinbaugebiet Carnuntum ist auf die einstige römische Stadt Carnuntum (heute Petronell-Carnuntum) zurückzuführen, wo die Römer Wein pflanzten. Es weist vorwiegend Schotter-, Sand- und Lehmböden auf und lässt sich in zwei Bereich aufteilen: Das Gebiet um Göttlesbrunn und das Gebiet um Prellenkirchen.

Vor allem die Weinorte Göttlesbrunn und Höflein bringen neben dem dominierenden Grünen Veltliner und Welschriesling auch eine sehr gute Qualität bei Rotweinen hervor. Dies ist inbesondere auf die günstige Lage zwischen Neusiedlersee und der Donau, die einen temperaturausgleichenden Einfluss haben, zurückzuführen.

Eine Besonderheit ist der „Rubin Carnuntum“, ein gebietstypischer Zweigelt, mit dem Symbol des Heidentors.

Einen wesentlichen Einfluss auf die klimatischen Gegebenheiten im Carnuntum übt die „Brucker Pforte“, ein Einschnitt zwischen Alpen (Leithagebirge) und Kleinen Karpaten (Hundheimer Berg), aus. Durch diese Öffnung strömen warme Winde aus dem Südosten ins Carnuntum, die den aus dem Westen kommenden Niederschlägen entgegenwirken.

Das pannonische Klima mit viel Sonnenschein und der damit verbundene frühe Einzug des Frühlings führen zu einer langen Vegetationsperiode der Weinreben. Davon profitieren auch spätreifende Rotweine.


kamptal.

[Heiligenstein. Riesling.]

Das Kamptal mit seiner berühmten Weinstadt Langenlois ist nicht nur Weinliebhabern ein Begriff. Weitere bekannte Weinorte sind Zöbing, Straß im Straßertale und Gobelsburg. Mit seinen 3.800 ha ist das Kamptal nach dem Weinviertel und dem Neusiedlersee das drittgrößte Weinbaugebiet Österreichs.

Die Löss- und Lehmböden sowie die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die auf das Zusammentreffen von kühlem kontinentalen Klima aus dem Waldviertel und warmem pannonischen Klima aus dem Osten zurückzuführen ist, bieten optimale Voraussetzungen für die berühmten Kamptaler Weine.

Die Top-Lagen des Kamptals findet man am Heiligenstein, einem markanten Bergrücken entlang des Kamps. Hier wachsen Rieslinge, die aufgrund des seltenen Sandsteinbodens aus der Urzeit zu den besten Österreichs zählen.

Für die Klassifizierung als DAC-Wein sind im Kamptal – wie auch im Krems- und Traisental – die gebietstypischen Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling sowohl als Klassik als auch Reserve zugelassen. Aber auch die Burgundersorten Weißburgunder oder Chardonnay können beste Qualität erreichen.


kremstal.

[Schiefer. Löss. Grüner Veltliner.]

Die Weinflächen des Kremstals umfassen über 2.200 ha. In der Mitte liegt die „Weißweinhauptstadt Österreichs“ Krems, Weltkulturerbe mit jahrhundertealter Weinbautradition.

Sogar in der Stadt selbst und in jede Himmelsrichtung finden sich ausgezeichnete, geologisch jedoch unterschiedliche Weinlagen: entlang der Donau in westlicher Richtung (Krems-Stein) und die Große Krems entlang in nördlicher Richtung (Senftenberg) dominieren Schieferböden mit großem Potenzial, ähnlich wie in der Wachau. In östlicher Richtung (Rohrendorf) überwiegen hingegen kalkhaltige Lössterrassen sowie in südlicher Richtung (rechtes Donauufer bei Göttweig) Konglomeratböden aus Schiefer und Löss bzw. Schotterböden.

Die Weinreife und somit der Charakter der Kremstal-Weine ist geprägt durch das Zusammentreffen der atlantischen und pannonischen Klimazone mit einem Wechselspiel von rascher Erwärmung am Tag und einströmender kühler Waldluft in der Nacht.

Der Kremstal DAC ist entweder ein Riesling oder ein Grüner Veltliner, klassisch oder auch als Reserve.


thermenregion.

[Burgund.]

Die Thermenregion wird aufgrund der kalkreichen Böden auch als „Burgund Österreichs“ bezeichnet. Und tatsächlich sind die Qualitäten sowohl der Weißweine, die am Fuße des Anningers – vor allem rund um den berühmten Weinort Gumpoldskirchen – wachsen, als auch des Pinot Noir (Blauburgunder) sowie des St. Laurent aus der Rotweingegend um Tattendorf sehr hoch.

Das Weinbaugebiet umfasst ca. 2.200 Hektar, wobei in der Weißweingegend entlang des Höhenzugs vor allem kalkhaltige, lehmige Böden bzw. in der flachen Rotweingegend im Osten bei Tattendorf tiefgründige Schotterböden mit Kalkgehalt dominieren, das sogenannte Steinfeld. Im Süden bei Bad Vöslau sind ebenfalls steinigere Böden zu finden, wo ebenfalls gute Rotweine gedeihen und Sekt nach der Champagnermethode hergestellt wird.

Die günstigen Bedingungen haben bereits die Römer und im 12. Jahrhundert der aus dem Burgund stammende Zisterzienserorden für den Weinbau genutzt.

In der Thermenregion findet man extrakt- und alkoholreiche Weine mit etwas Restsüße aus den autochtonen Rebsorten Rotgipfler und Zierfandler (Spätrot). Der sehr lagerfähige Rotgipfler ist mit dem Grünem Veltliner (Weißgipfler) verwandt. Rotgipfler und Zierfandler werden auch als Cuvée (Spätrot-Rotgipfler) angeboten, da sie perfekt miteinander harmonieren. Erwähnenswert ist auch die Sorte Neuburger, die hier eine besondere Qualität hervorbringt.


traisental.

[Grüner Veltliner.]

Das Traisental ist das kleinste Weinbaugebiet Niederösterreichs mit ca. 800 ha. Als einziges Weinbaugebiet des Mostviertels liegt es zwischen der Donau und St. Pölten. Wichtige Weinorte sind Traismauer, Nussdorf, Inzersdorf, Reichersdorf und Herzogenburg.

Das Traisental ist zwar das jüngste, vielleicht gleichzeitig aber auch das älteste Weinbaugebiet in Österreich, denn Funde von Traubenkernen bestätigen, dass hier bereits in der frühen Bronzezeit (ca. 2.000 v. Chr.), also noch vor den Römern, Weinbau betrieben wurde.

Die kalkhaltigen Konglomeratböden bringen ausdrucksstarke, würzige Grüne Veltliner und die auch vorhandenen Urgesteinsböden kräftige Rieslinge hervor.

Auch die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht aufgrund des Mischklimas (pannonisch und kontinental) tragen zum Aroma der Weine bei.

Der Traisental DAC wird als Grüner Veltliner oder als Riesling angeboten, für kräftigere Weine auch als Traisental DAC Reserve.


wachau.

[Smaragd.]

In der Wachau vereint sich eine der schönsten Kulturlandschaften Österreichs mit herausragender Weintradition. In den steilen engen Terrassenlagen entlang der Donau wird der Weingarten in Handarbeit bewirtschaftet.

In der Wachau herrscht ein einzigartiges Fjord-Klima mit ständiger Luftzirkulation: Von Osten wirkt das pannonische Klima, vom Waldviertel im Norden und vom Dunkelsteiner Wald im Süden kommen kühlere Einflüsse. So entstehen große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, ein wesentlicher Faktor für die ausdrucksstarken Weine der Wachau. Im Herbst können die Trauben außerdem sehr lange reifen.

Insgesamt gibt es 1.350 Hektar Weinanbaufläche. Typisch für die Wachau sind karge Urgesteinsböden, die häufig nur mit einer geringen Schicht aus Löss bedeckt sind.

Die im steilen Gelände angelegten Steinterrassen verhindern Bodenerosion bei Regen. Nachdem die Böden nur wenig Wasser speichern können, müssen die meisten Weinflächen mit Donauwasser tröpfchenbewässert werden.

Die wichtigsten Weinorte sind Spitz, Weißenkirchen, Rossatz und Unterloiben/Dürnstein.

Eine Besonderheit sind die trockenen und säurebetonten, daher gut lagerfähigen Rieslinge bzw. Grüne Veltliner. Diese gibt es in den drei klassifizierten Kategorien: „Steinfeder“ (duftige, leichte Weine), „Federspiel“ (klassisch trockene Weine) und „Smaragd“ (kostbare Weine mit hohem Lagerpotenzial).


wagram.

[Löss. Roter Veltliner.]

Zum Weinbaugebiet Wagram mit insgesamt 2.500 Hektar zählen die an das Kamptal anschließende langgestreckte Geländekante aus Löss nördlich der Donau sowie auch Lagen südlich der Donau und bei Klosterneuburg mit seinem über 900 Jahre alten Stift, dessen Stiftsweingut und der berühmten Klosterneuburger Weinbauschule.

Der Wagram ist auch neben dem lössliebenden Grünen Veltliner für seine regionale Spezialität, den mineralischen Roten Veltliner berühmt, der übrigens sehr lange lagerfähig ist. Den ausgezeichneten Eiswein aus Grünem Veltliner sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Der fruchtbare und mineralische Lössboden entstand insbesondere durch Windanwehungen feiner Sande vom „Strand“ eines zurückgehenden Urmeeres im Wiener Becken; die mächtige Lösslandschaft wird von tiefen Hohlwegen und tiefen Kellergräben durchzogen. Hingegen kommen rund um Klosterneuburg kalkhaltige Böden vor – optimal für Burgundersorten.

Bekannte Weinorte nördlich der Donau sind Feuersbrunn, Fels, Kirchberg und Großriedenthal.


weinviertel.

[Grüner Veltliner. Pfefferl.]

Das Weinviertel mit der größten Rebfläche in Österreich (ca. 13.400 ha) lässt sich in einen westlichen und einen östlichen Teil untergliedern:

Die westliche Begrenzung bildet der Manhartsberg. Dieser flache Bergrücken ist ein äußerer Teil der Böhmischen Masse und erstreckt sich von Maissau über Röschitz bis nach Retz.

Auf diesem Urgesteinsboden bzw. den vorgelagerten Lössböden reifen besonders fruchtbetonte Grüne Veltliner, aber auch Burgundersorten (Chardonnay und Weißburgunder). Das hier vorherrschende kontinentale Klima trägt zur Aromabildung bei.

Weiter östlich im Pulkautal liegt das „Mailberg Valley“ in einem Kessel mit kalkhaltigen Lehm- und Lössböden. Dort herrscht ein spezielles sonnenintensives Kleinklima, wodurch auch Rotweinsorten wie Cabernet Sauvignot und Merlot kultiviert werden können.

Im östlichen Weinviertel werden im Gebiet rund um Poysdorf Grüner Veltliner und Welschriesling vor allem als Grundwein für Sekt verwendet. Rund um Falkenstein gedeihen auf Kalkböden frische Grüne Veltliner und Welschrieslinge mit ausgeprägter Säure.

In Schrattenberg bei Poysdorf begünstigt ein warmes Mikroklima auch den Anbau von Rotwein.

Richtung Wien findet man Grüne Veltliner mit ausgeprägtem „Pfefferl“, Burgundersorten sowie spritzige Rieslinge. Weiter östlicher bei Mannersdorf an der March sind die Rieslinge, Burgunder und Traminer aufgrund des bereits spürbaren pannonischen Klimas besonders vollmundig.

Der „Weinviertel DAC“, natürlich ein Grüner Veltliner, war für die Klassifizierung des Weines in Österreich richtungsweisend.

Das DAC-System (Districtus Austriae Controllatus) orientiert sich am internationalen, leicht nachvollziehbaren Herkunftssystem, bei dem der Gebiets- und Sortencharakter im Vordergrund steht. Um als „Weinviertel DAC“ klassifiziert zu werden, muss ein Grüner Veltliner einen pfeffrig-würzigen und feinfruchtigen Geschmack aufweisen und trocken ausgebaut sein.

Bei der zweiten, kräftigeren Stufe „Weinviertel DAC Reserve“ ist auch ein leichter Holzton zulässig.